Geschichte des Skateboarding
Wie bei vielen Gesellschaftsphänomenen, ist auch beim Skateboarden der genaue Ursprung unbekannt. Wo genau die beliebte Sportart ihren Anfang nahm und wer das erste Board baute ist strittig, es geschah aber mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwo auf amerikanischen Boden. Die Legende besagt, dass ein unbekannter Teenager seiner Schwester die Inline-Skates klaute und die Räder und Achsen unter ein schiefes Brett schraubte und somit die Geburtsstunde des Skateboards ins Leben rief.
Als sicher gilt, dass der Ursprung der allseits populären Sportart in den 60er-Jahren lag, als eine Umsetzung des Surfens auf den Asphalt vorgenommen wurde, um mit dem Skaten zunächst einen Ausgleich für zu schlechten Wellengang zu schaffen. Doch langsam, aber sicher entwickelte sich Skateboarden daraufhin zu einer eigenständigen Sportart. Zunächst waren die Bretter noch schmaler, flacher und kürzer als heutzutage und hatten dementsprechend beschränkte Fahreigenschaften. 1964 startete schließlich die erste industrielle Produktion von Skateboards, und mit ihr fanden auch die ersten dementsprechenden Magazine ihren Weg auf den Markt. Ein Jahr später fanden bereits die ersten internationalen Meisterschaften statt. Die Disziplinen unterschieden sich allerdings teilweise von den heutigen und nannten sich Slalom, Freestyle, Downhill, Hochsprung und Weitsprung. Doch mit Skating-Verboten in vielen Städten mussten neue Orte gefunden werden, und Skater entdeckten leere Swimmingpools für sich und mit ihnen eine neue Dimension, die Vertikale.
In den Folgejahren verlor die Sportart aufgrund zahlreicher anderer Trends zunehmend an Bedeutung, bis 1972 Polyurethanräder auf den Markt kamen. Mit ihnen kamen bessere Haft- und Rolleigenschaften sowie höhere Geschwindigkeiten. Auch die gewichtssensiblen und lenkbaren Achsen bedeuteten eine Innovation. Mit den Neuerungen erfuhr das Skateboarden Mitte der 1970er-Jahre einen regelrechten Boom. Skatesparks wurden gebaut – eine regelrechte Skatboardkultur entstand. Als Vorreiter dieser Welle gilt das Zephyr Team aus Dogtown, die auch das erste war, das intensiv in zweckentfremdeten Swimmingpools skatete und so den Vert Style prägte. Ebenso wie die ersten Skater, waren die Band-Mitglieder allesamt leidenschaftliche Surfer. Der Vert-Style wurde kurz darauf in den eigens entwickelten Halfpipes ausgeübt, und auch ein anderer neuer Stil entwickelte sich daraus: der Street-Style. Skater nutzen nun die vielen Hindernisse, auf die man in einer Stadt immer wieder trifft, um ihre Künste anzuwenden – ob Bänke, Treppen, Geländer oder Schrägen, alles wird genutzt und überwunden. Die ersten Skateboardprofis wie Tony Alva, Tony Hawk und Rodney Mullen etablierten sich und wurden zu gefeierten Stars.
